Reisebericht Kamien Pomorski (29./30.08.2008)

Hier lest Ihr die Reise- und Arbeitsberichte über unsere Projekte. Der Vorstand stellt pro Reise einen Reisebericht ein. Sonst hat niemand Schreibrechte. Diskussionen darüber könnnen unter "Reiseberichte Plauderthread" geführt werden.
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conny_ko
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Reisebericht Kamien Pomorski (29./30.08.2008)

Ungelesener Beitragvon conny_ko » 31 Aug 2008 14:05

Reisebericht Kamien Pomorski (29./30.08.2008)

Der Anlaß für diese Reise war die schnelle und erfolgreiche Vermittlung von vier kleinen Hundedamen: Sally und Jarly und Sonja auf Pflegestellen, Conny auf Endstelle.

Relativ kurzfristig hatten wir uns entschlossen Freitag nach Kamien Pomorski zu fahren, Samstag mit den Hunden aus dem Tierheim zurück und am Sonntag dann Sally und Jarly per Fahrkette zu ihren Pflegestelle nach Mainz bzw. in die Schweiz zu bringen.
Mit von der Partie waren Martina, Antje (die uns alle freundlicherweise in ihrem Renault Espace chauffiert hat), Alexandra (die auf der Rückreise aus Deutschland bei Martina Station gemacht hat), mein Hund Ben und ich.
Frisch gestärkt mit Kaffee und Croissants ging es am frühen Vormittag über eine wunderbar leere Autobahn Richtung Polen. Ben, der im Fußraum hinter den Sitzen einquartiert wurde, fand den Sitzplatz überhaupt nicht ansprechend und zerkaute aus Langeweile die nächste Leine (das müßte jetzt Nummer vier gewesen sein). Erst als er seinen Platz zwischen Martina und Alexandra auf der Rücksitzbank einnehmen konnte, fühlt er sich "pudelwohl"....
Auf Alexandras Hof stand die ganze Hundemeute parat um Frauchen nebst Besuch zu begrüßen. Zu unserer Überraschung liefen auch Sabas Welpen bereits munter draußen rum und machten das Gelände unsicher. Die gut sechs Wochen alten Pelzknäuel (sieben braune und ein schwarzer Welpe) mußten natürlich erst einmal ausführlich gekrabbelt werden.

Saba und ihre Welpen
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Besonders Antje vergaß, mit zwei Welpen auf dem Arm, die Welt rund um sich herum ;-)

Antje, mit zwei von Sabas Welpen
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Nach einem von Marek zubereitetem umfangreichen Mittagessen ging es zu einem Kurzausflug in die Stadt, um ein paar Vorräte zu kaufen. Danach fingen wir an einen Wunsch von Alexandra umzusetzen. Leo, der 12-jährige ehemalige Kettenhund und Pado, der einjährige Labrador Mischling, sollten möglichst schnell einen eigenen, eingezäunten Bereich erhalten. Leo verträgt sich leider nicht mit Baks und Pado fehlen leider immer noch elementare Grundkenntnisse beim Umgang mit anderen Hunden - er wird derzeit etwas "gemobbt".
Deshalb wünschte sich Alexandra zwischen Haus und ehemaligem Pferdestall ein halbwegs stabiles Tor - dann hätten Leo und Pado endlich einen großen, eingezäunten Freilaufbereich für sich alleine.
Aus dem "das machen wir mal schnell, schnell" wurde nichts - wenn schon Torbau, dann richtig. Zuerst wurde mit Hilfe der Kinder das vorhandene Baumaterial zusammengesucht. Ein erster Überblick machte uns dann klar, das wir wohl doch etwas improvisieren mußten, die Latten sahen mitunter nicht sehr vertrauenserweckend aus....
Nachdem die Konstruktion ausführlich durchdiskutiert wurde ging es dann an den Zusammenbau:

Profis bei der Arbeit...
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Leo betrachtet die ganze Aktion aus sicherer Entfernung
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Ein erster Test, ob die beiden Pforten wenigstens halbwegs passen
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Fehlende Scharniere, die einbrechende Dunkelheit und Hunger hielten uns dann davon ab, das Werk bereits am Freitag zu vollenden. Ein abendlicher Ausflug in die Pizzeria kam nicht nur bei den Kindern gut an. Leider mußten wir - wegen Ben - draußen sitzen, Martina taute erst nach einem heißen Tee und einer halben Pizza wieder halbwegs auf.
Den restlichen Abend verbrachten wir dann in Alexandras Küche, bei einem guten Glas von Birbels Quittenlikör ("Nein, da ist garantiert kein Alkohol drin..."). Nach einander verschwanden dann erst Antje und Martina. Meine fehlenden Blicke, doch auch schlafen gehen zu dürfen, wurden von Alexandra ignoriert, ich sollte erst noch auf dem gespendeten Uralt-Notebook (Pentium II mit 64 MB Speicher - für diejenigen denen das was sagt) den eMail Zugang einrichten, die Festplatte bereinigen und das Gerät "schneller" machen. Um kurz vor 2.00 Uhr nachts habe ich dann endgültig die Segel gestrichen und auch schlafen gegangen. Noch ein kurzer Test, ob mein Ben mit dem im Zimmer stehenden Kaninchenkäfig samt Bewohner ein Problem hat (hatte er nicht, er wollte wohl auch endlich schlafen), dann war der Tag beendet.

Um halb fünf krähten dann die Hähne auf den Nachbarhöfen um die Wette und kurze Zeit später begann das Kaninchen seinen Frühsport - Käfigrundlauf, Knabberstange abnagen und ausgiebig trinken. Vorbei war es mit der ungestörten Nachtruhe.
Unten in der Küche hatte Martina dann bereits den ersten Kaffee fertig - sie wurde in der Nacht von den Katzen wachgehalten, die unbedingt mit ihren Haaren spielen wollten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück wurde dann Material gekauft und weitergewerkelt....

Leo, beim ersten Begutachten
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Das fertige Bauwerk: etwas schief, aber haltbar ;-)
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Am frühen Nachmittag ging es dann los ins Tierheim. Nachdem wir beim letzten Besuch angekündigt waren, sich der Tierheimleiter viel Zeit für uns genommen hatte und das Tierheim einen ordentlichen Eindruck machte und auch die Hunde ganz gut versorgt ausgesehen hatten, hatten wir diesmal wieder den normalen Alltag vor uns.
Einige der vor drei Wochen noch fotografierten und dokumentierten Hunde fehlten - darunter Nero und Rico, die jetzt vermutlich an der Kette hängen und Frenzis, eine süße kleine, braune Hündin, für die wir hoffen, daß sie einen guten Platz gefunden hat... Andere waren arg zerbissen oder hatten unbehandelte Wunden.

Natürlich waren auch wieder neue Hunde angekommen, darunter ein reinrassiger, junger Husky, den ich auf den Namen Jack getauft habe:

Jack, der Husky
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Ein schneller Rundgang zeigte uns aber, das wenigstens unsere vier Schützlinge noch da waren.
Zu unserem Schrecken fanden wir in einem Zwinger drei Welpen und eine winzig kleine schwarze Hündin vor.

Mia und Mona
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Rita
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Krümelchen
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Die vier müssen da ganz ganz schnell raus, Mona hat eine offene Stelle am Kopf, die dringend untersucht und behandelt werden muß.

Während Martina und Alexandra den bürokratischen Kram erledigten (Pässe, Quittungen, tierärztliche Bescheinigungen, Impfbücher) und auch gleich eine Kiste mit Geschirren, Leinen und Halsbändern abgaben, hatten Antje und ich Zeit uns mit den Neuzugängen vertraut zu machen und alte Bekannte aufzusuchen. Antje war von Jack, dem Husky, kaum wegzubekommen. Nach einer Weile war sie dann im Zwinger und konnte ihn direkt umarmen und herzen.
Zu Wallace durfte sie leider nicht in den Zwinger, das war dem anwesenden Pfleger nicht geheuer. So mußte Wallace mit durch das Gitter gestreckten, streichelnden Händen vorlieb nehmen.

Als wir dann unser vier kleinen Hundedamen aus ihren Zwingern holten, brach der üblichen Höllenlärm im Tierheim aus. Alle, die zurückbleiben mußten, bellten sich vor Verzweiflung die Lunge aus dem Hals. Wir haben uns dann beeilt, um so schnell wie möglich da raus zu kommen.

Auf den gut zwanzig Kilometern vom Tierheim nach Kamien Pomorski mußten wir einmal halten, weil Sally sich übergeben mußte. Jarly saß die ganze Zeit in der gleichen Haltung, die sie beim Einsteigen inne hatte, bei Martina auf dem Schoß - nur Ihre Augen bewegten sich.
Sonja wurde von Alexandra festgehalten und die kleine Conny schaute die ganze Zeit über die Rücksitzbank neidisch zu...

Jarly, vor der Rückfahrt bei Antje auf dem Arm
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Zurück bei Alexandra auf dem Hof haben wir dann schnell unsere Sachen eingeladen und versucht, die Sitzverteilung zu regeln - immerhin kam jetzt ja mit meinem Ben ein mittelgroßer Brocken dazu. Wie sich rausstellt war unsere Planung - Ben und Sally im offenen Kofferraum reisen zu lassen - nicht durchführbar. Ale vier Mädels rochen so gut, daß Ben kaum an sich halten konnte. Das er letzte Woche kastriert wurde, hat ihn nicht gestört. Im Ergebnis saß er dann allein im Kofferraum, Sonja im Beifahrer-Fußraum, Jarly beim Beifahrer auf dem Schoß, Sally hinter den Vordersitzen und Conny auf meinem Schoß.

Wir waren so mit der Platzverteilung beschäftigt, daß wir uns nicht mal anständig von Alexandra verabschiedet haben.
Ihr hatte der Tierheimbesuch wieder einmal sehr zugesetzt, besonders die Welpen im Zwinger sitzen zu sehen, hat sich nur schwer verkraftet.

Die Rückreise nach Berlin verlief erfreulicherweise ereignislos (wenn man das Spucken von Sally mal außen vor läßt). Bei einem Zwischenstop, kurz vor der deutschen Grenze, wollten Jarly und Sonja gar nicht erst aussteigen. Sally stand etwas unsicher in der Gegend rum - nur Conny war so richtig aufgetaut und fing an im Grünstreifen an der Autobahnraststätte zu spielen. Nach einem Fahrerwechsel hatte dann Martina Conny auf dem Schoß und weg - genau wie ich vorher hin und weg...

Bloß gut, daß wir für Conny schon eine prima Endstelle gefunden hatten, sonst hätte vermutlich jemand von uns zugegriffen ;-)
Zuletzt geändert von Gast am 01 Sep 2008 18:04, insgesamt 3-mal geändert.

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Ungelesener Beitragvon conny_ko » 01 Sep 2008 14:36

Danke für den ausführlichen Bericht, Thomas! Die Geschichte mit den Welpen jagt mir auch einen Schauer über den Rücken :cry:
Liebe Grüße
Cornelia

AlexPl

Dobi

Ungelesener Beitragvon AlexPl » 01 Sep 2008 17:53

Hallo Gudrun

ich habe eine (hoffentlich) gute Nachricht für Dich bzw. uns. ich habe heute mit dem Tierheimleiter gesprochen und er wußte auch gleich um welchen Dobi-Mix es geht. Nach seiner Aussage ist Rico schon noch da. :lol:
Ich habe heute erneut gebeten, daß Rico vorbereitet wird, anscheinend ist das beim letzten Mal, in all dem Trubel (Urlaub und so...) untergegangen. Ich gehe jetzt erstmal davon aus, das der Leiter recht hat und Rico noch da ist und wir ihn einfach übersehen haben.

Liebe Grüße

Alexandra


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