Thema "Übernahme eines Angsthundes":Ängstlicher Hund?

Verhaltensprobleme - Erziehung rund um unsere Vierbeiner
JuttaF

Thema "Übernahme eines Angsthundes":Ängstlicher Hund?

Ungelesener Beitragvon JuttaF » 21 Feb 2013 19:23

Susan Beaucamp Tieranwältin

16. Februar

Endlich einmal ein schönes Beispiel für sinnvolle Aufklärung eines Tierschutzuvereins zum Thema "Übernahme eines Angsthundes":Ängstlicher Hund?

Sie haben sich – sicher nach reiflicher Überlegung – entschlossen, einem ängstlichen Hund aus dem Tierschutz ein neues Zuhause zu schenken.
Vielleicht wird es für dieses Tier das erste wirkliche Zuhause seines Lebens sein und damit haben Sie eine zusätzliche und große Verantwortung übernommen.

Hier möchte ich Ihnen ein paar kleine Anregungen und Hilfen für Ihren neuen Hausgenossen mit auf den Weg geben, die sowohl dem Hund, als auch Ihnen das Einleben in die neue Umgebung vielleicht erleichtern hilft.

Sie haben ein Tier zu sich geholt, von dem Sie vermutlich nur wenig, bis eventuell gar nichts wissen. Ein Hund ist keinesfalls ein seelenloses Wesen ohne Empfindungen, Gefühle und Ängste. Ein Hund ist ein eher äußerst emotionsreiches Wesen mit der Fähigkeit, schlechte Erfahrungen zu verknüpfen und die Verknüpfungen auch umzusetzen, was oft negativ bewertet wird, ohne Gründe genauer zu hinterfragen und zu durchleuchten.

Sehr oft führen negative Verknüpfungen zu Ängsten, die verstanden, toleriert und mit der Zeit unter günstigen Umständen auch verringert bis aufgehoben werden können.
Bitte helfen Sie ihrem neuen Hausgefährten mit der nötigen Liebe, Ihrem vollen Verständnis und Ihrem Vertrauen, sich in Ruhe einleben zu können und für sich selbst Ängste unter Kontrolle bringen zu können.

Ihr Hund wurde zu dem, was Menschen aus ihm machten! Bitte bedenken Sie – bevor Sie einen Angsthund übernehmen – dass sie eine hohe Verantwortung übernehmen werden. Bitte bedenken Sie auch, dass Ihr Tier vielleicht niemals „normal“ sein wird. Es gibt Hunde, die viele Jahre brauchen, um ein halbwegs normales Leben zu führen!

Wir möchten Ihnen keinesfalls eine vielleicht schon getroffene Entscheidung ausreden, geben aber zu bedenken, dass ängstliche Hunde, bzw. „richtige“ Angsthunde viel Fingerspitzengefühl, sehr viel Liebe und Verständnis und enorm viel Toleranz brauchen.

Mit Geduld und Liebe werden Sie irgendwann – mal schneller, mal nach langer Zeit – einen Hund haben, der absolut einzigartig ist. Ein Unikat in jeder Beziehung. Ein Angsthund, der einmal Vertrauen aufgebaut hat, wird sie in unverbrüchlicher Liebe und Treue begleiten, solange der gemeinsame Weg wären wird. Jede Mühe von Ihnen wird tausendfach vergolten und die endlose Dankbarkeit und Liebe Ihres Tieres ist Ihnen ganz gewiss!

Die ersten Schritte, bevor Ihr Hund sein neues Zuhause beziehen kann…

Bitte schenken Sie der Auswahl des zukünftigen Ruheplatzes Ihres Hundes ein besonderes Augenmerk und ein paar gute Gedanken.

Ihr Tier wird vermutlich in einem Zwinger gelebt haben und das allein unter Artgenossen in einem festen Verbandsgefüge. Nun -allein bei Ihnen- muss sich das Tier an allem Neuen in Ruhe orientieren können. Bitte bieten Sie dazu ihrem Hund ein gemütliches Plätzchen in Form eines Hundekissens, einer Kudde, oder eines gemütlichen und gepolsterten Deckenlagers an.

Bitte achten Sie darauf, dass der Liegeplatz nach „hinten“ möglichst gesichert ist. Das heißt: Das Tier kann sicher sein, dass sich aus dem Rückenbereich niemand nähern kann und diese Stelle vom Tier nicht „beobachtet“ werden muss. Also ein Platz in einer Ecke, oder an einer Wand ist am Anfang sicher angenehmer, als ein Liegeplatz mitten im Raum.

Bitte wählen Sie den Platz so, dass Ihr Hund einen guten Überblick hat. Also z.B. sehen kann, wer den Raum betritt und wer am Liegeplatz vorbei laufen muss.

Der Platz sollte warm sein (nicht zu heiß an der Heizung) und zugluftsicher!

Manchmal ist es auch bei Hunden aus dem Tierschutz so, dass sie sich ihren Platz selbst aussuchen. Bitte achten Sie darauf, ob sich Ihr Tier immer wieder an genau denselben Platz legt und richten Sie im Zweifel die Ruhestelle dann an diesem Platz ein. Ihr Hund wird es Ihnen danken!

Bitte verbringen Sie die ersten Nächte in der Nähe des Tieres! Ist der Liegeplatz in Ihrem Wohnzimmer, so schlafen Sie bitte einfach die ersten Tage auf der Couch und schaffen Sie so eine erste Vertrauensbasis für das Tier. Nebeneffekt: Sie bekommen mit, wenn der Hund raus muss, Durst hat, oder sich unwohl fühlt.

Man kann aber auch gut eine zweite Ruhestelle im Schlafzimmer in einer ruhigen Ecke einrichten. Keine Sorge! Sie werden „Mutterohren“ entwickeln und nachts immer mitbekommen, wenn Ihr Hund unruhig ist, oder sich gar meldet!

Der Hund ist da! Kontrollierte Ignoranz – ein erster Schritt zu mehr Vertrauen!

Sicher sind Sie überglücklich! Ihr Hund ist endlich da und eingezogen!

Bitte verinnerlichen Sie sich nun, dass Ihr Tier eventuell einen sehr langen Weg und eine lange Reise hinter sich hat. Unsicherheit, Ängste und ein unwohles Gefühl sind da nur vollkommen normal.

Bitte sorgen Sie dafür, dass Ihr Hund in Ruhe „ankommen“ kann.

Das bedeutet in den ersten Tagen: Keine Besucher, viel Ruhe und keine großen Aufregungen. Später werden noch Freunde und weitere Familienmitglieder den neuen Hausgenossen in Ruhe kennen lernen dürfen.

Ihr Hund wird jetzt seinen neuen Lebensrhythmus erlernen und erarbeiten.

Der Moment wird kommen, an dem Ihr Tier sie innig lieben wird, aber auch dafür bedarf es Zeit und… Vertrauen.

Bitte bedrängen Sie das Tier in diesen ersten Tagen nicht, indem Sie es viel anfassen und streicheln wollen. Wenn es nötig ist, muss der Hund sicher geduscht werden und ein kleines Schönheitsprogramm erhalten. Aber auch das muss im Zweifel warten, bis der Hund etwas mehr Zutrauen gefasst haben wird.

Das Zauberwort der ersten Zeit lautet „Ignoranz“. Das bedeutet nicht, dass Sie Ihren Hund „links liegen lassen“, sondern einfach nur, dass Sie möglichst einen normalen Tagesablauf vornehmen und dabei das Tier immer aus den Augenwinkeln beobachten. Sie werden in dieser Zeit viel von, mit und über Ihren Hund lernen können!

Ein Hund, der nicht immer nur direkt mit liebevollen Gesten, Worten und Blicken „überhäuft“ wird, kann für sich selbst das Tempo bestimmen, mit dem er sich an den neuen Ort und die neuen Menschen gewöhnen kann. Hunde lernen enorm viel durch reine Beobachtung. Auch wenn wir meinen, dass das Tier schläft, ist es doch meistens in der Beobachterrolle und sieht und hört alles sehr genau, was im Umfeld geschieht. Das ist ein sehr positiver Lerneffekt und hilft und trägt dazu bei, dass Ihr Tier Ängste abbauen kann.

WICHTIG!!! Bitte achten Sie in der Eingewöhnungsphase und ganz besonders bei ängstlichen Hunden immer ganz genau darauf, dass der Hund niemals durch eine Tür entwischen kann, wenn Sie das Haus/die Wohnung allein verlassen! Der Hund könnte auch in der Lage sein, eine Türklinke herunter zu drücken! Also bitte immer größte Aufmerksamkeit!

Sie gehen raus…

Wenn Sie einen eigenen Garten haben, sollte das Tier in den ersten Tagen nur dort raus können. Bitte sichern Sie den Garten im Vorfeld bereits äußerst sorgfältig ab! Tierschutzhunde sind wahre „Ausbrecherkönige“! Eine hohe und sichere Einzäunung ist äußerst wichtig. Es ist auch möglich, dass der Hund sich heraus graben wird! Also auch im Garten grundsätzlich eine Schleppleine anlegen! Bitte ein besonderes Augenmerk auf Gartentore richten! Wenn Besucher kommen und das Tor versehentlich geöffnet bleibt, hat der Hund die Möglichkeit zu fliehen und er wird sie vermutlich auch nutzen!!! Lassen Sie das Tier in der ersten Zeit nie unbeobachtet draußen im Garten!

Rausgehen außerhalb des Gartens bitte nur mit kompletter Sicherheitsausrüstung. Das heißt: Geschirr, Leine, Halsband und Schleppleine!

Ein Angsthund kann durch einen plötzlichen Schritt rückwärts im Bruchteil einer Sekunde aus einem Geschirr schlüpfen!

Sie sollten den Hund vom ersten Tag daran gewöhnen, ein Geschirr zu tragen.

Bitte verwenden Sie keine Billigartikel! Lassen Sie sich im Zoo-Fachhandel beraten, bevor der Hund zu Ihnen kommt. Bei billigen Artikeln sind oft Haken und Verschlüsse von so schlechtem Material, dass sie brechen, oder Haken/Oesen sich aufbiegen!

Grundsicherung des Hundes bedeutet: Geschirr anziehen. Halsband anlegen (bitte ohne Zugstopp), Leine am Halsband einhaken und in der Hand behalten. Eine zweite normale Leine am Rückenhaken des Geschirrs einhaken und dann am eigenen Gürtel sicher befestigen! Schleppleine bitte grundsätzlich dann zusätzlich benutzen, wenn der Hund an gesicherter Stelle mit etwas mehr Freiheit laufen soll. Dazu sollte das Tier aber bereits an Sie gewöhnt sein. Und hier gilt immer: Das Ende der Schleppleine gut festhalten, oder besser am Gürtel befestigen! Selbst wenn Sie dann mal stürzen sollten, kann der Hund nicht fortlaufen!

Es hört sich schrecklich an? Ja – es ist zumindest sehr umständlich, aber unbedingt notwendig! Mit der Zeit wird es weniger und weniger Sicherung, die Sie benötigen. Aber wer einmal versucht hat, einen entflohenen Angsthund einzufangen, wird alle hier genannten Punkte nur unterstreichen können.

Es wäre schön, wenn Sie für Ihren neuen Hausgenossen ein Halsband hätten, auf dem – gut leserlich – Ihre Telefonnummer zu sehen ist. So kann der Hund (sollte er doch weggelaufen sein) zumindest aus einer gewissen Ferne noch anhand der Telefonnummer zugeordnet werden und Sie können eine Benachrichtigung erhalten.

Schnappen, drohen, sich vor Angst lösen und Co.

Sie haben sich nun entschieden, einen ängstlichen Hund, oder sogar einen Angsthund bei sich aufzunehmen. Eine großartige und wunderschöne Aufgabe liegt vor Ihnen. Es gilt aber einige Dinge zu beachten, die ich Ihnen nun versuchen werde, zu erklären.

Ihr Tier hat uns Menschen gegenüber eine gewisse Auswahl an Möglichkeiten zu kommunizieren. Tiere untereinander „unterhalten“ sich sehr viel müheloser. Wir Menschen beherrschen oft „hündisch“ nicht perfekt und verstehen darum unsere Hunde nicht sofort, oder nur mit etwas Übung. Wenn Sie geduldig sind und Ihren Hund viel beobachten, werden Sie schnell auch seine „Sprache“ erlernen können.

Da es bis dahin aber ein wenig dauern könnte und Sie vielleicht noch nicht so viel Übung in „hündisch“ haben, möchten wir Ihnen gerade in Bezug auf ängstliche Hunde ein paar kleine Tipps mit auf den Weg geben.

Jeder Angsthund ist in seinem Verhalten anders! Es gibt absolut kein Schema, nach dem sich Ängste zeigen. Es liegt vielmehr im Naturell des Tieres und in der Art, wie es Verknüpfungen erstellt hat, wie und in welcher Art sich Ängste zeigen.

Knurren ist grundsätzlich keine Aggression! Es ist vielmehr Kommunikation! Ihr Tier möchte Ihnen sagen: Rück´ mir bitte nicht so nah! Lass bitte etwas Abstand, damit ich dich beobachten und abschätzen kann. Oder: Ich bin unsicher und fühle mich von dir gerade bedroht, denn ich weiß nicht, was du jetzt tun wirst. Oder: Ich fühle mich nicht wohl und ich vertraue dir noch nicht! Bitte Abstand halten!

Sollte Ihr neuer Hausgenosse Sie gerade in den ersten Tagen mal anknurren, ignorieren Sie dieses Verhalten bitte! Keine scharfen „NEIN“- Kommandos. Vielleicht eher aus der Entfernung ein paar beruhigende Worte. Knurren ist Unsicherheit und Angst! Räumen Sie Ihrem Hund die Möglichkeit ein, richtig anzukommen und sich bei Bedarf zurückziehen zu können. Erst wenn das Tier Situationen mit Ihnen und Ihrer Familie richtig einschätzen kann, wird es sicherer und wird auch nicht mehr knurren. Vertrauen ist auch hier das Zauberwort! Strahlen Sie bitte immer Sicherheit aus. Unsicherheit und Angst von Ihrer Seite verunsichern auch das Tier! Es braucht jetzt einen stabilen und zuverlässigen Partner!

Deutlich problematischer wird es sein, wenn Ihr Hund Ihnen das Vollgebiss zeigt, oder sogar abschnappt!

Allerdings gehe ich an dieser Stelle von zwei Faktoren aus:

Bei uns bekommen Sie ein solches Tier nicht! Oder:

Bei uns bekommen Sie ein solches Tier nur dann, wenn Sie nachweisen können, dass Sie mit einer solchen Situation adäquat umgehen können und Erfahrung mit angst-aggressiven Hunden haben!

Eher wird folgende Situation mal bei einem ängstlichen Hund auftreten: Wann immer das Tier sich in die Enge getrieben fühlt, machte es unter sich eine Pfütze, manchmal auch ein Häufchen.

Bitte machen Sie kein Aufhebens aus dieser Situation. Vor allem nicht schimpfen und zetern. Auch wenn es vielleicht nicht der Knaller ist: Einfach still das Malheur beseitigen und die Situation komplett ignorieren.

Sie sollten mit dem Tier ohnehin ganz regelmäßig nach draußen, damit es sich lösen kann. So werden diese kleinen Pannen weniger und auch hier gilt wieder: Hat der Hund Vertrauen gefasst, wird diese Situation beendet sein. Allerdings! Sehr ängstliche Hunde brauchen mitunter eine lange Zeit, ehe sie sich vor Angst nicht mehr lösen. Geduld! Geduld! Geduld!

Bitte meiden Sie mit einem ängstlichen Hund gerade am Anfang Menschenansammlungen, Städte und Wege mit viel Lärm und Verkehr. Gönnen Sie dem Tier eine Eingewöhnungszeit! Viele dieser Hunde haben nie im Leben ein Spielzeug besessen, geschweige denn Lärm, Autos und Menschenansammlungen kennen gelernt! Sie müssen und werden lernen! Hunde sind außerordentlich lernfähig und wenn Sie es schaffen, für Ihr Tier eine angenehme und positive Verknüpfung mit allen neuen Erlebnissen zu schaffen, dann wird es umso schneller lernen!

Stressverhalten und Angst

Ein ängstlicher Hund zeigt Stress vermehrt durch starkes Hecheln, oder unkontrolliert großen Durst.

Es gibt sehr gute homöopathische Mittel wie z.B. Bachblüten, die dem Tier etwas Erleichterung verschaffen und helfen, Ängste zu überwinden.

Bei starkem Durst dürfen sie die Trinkmenge zum Abend limitieren, damit der Hund nachts nicht ständig „Pipi“ machen muss und auch zur Ruhe kommen kann.

Bitte achten Sie darauf, ob sich die großen Trinkmengen nach einigen Tagen regulieren. Sollte das nicht der Fall sein, lassen Sie bitte bei einem Tierarzt schauen, ob die Schilddrüsenwerte in Ordnung sind und ob keine Diabetes vorliegt.

Oftmals ist es bei Angsthunden so, dass sich bei einer großen Umgewöhnung für eine kurze Zeit die Schilddrüsenwerte erhöhen. Das ist nicht bedenklich und reguliert sich meistens ohne Gabe von Medikamenten wieder ein!

Ein paar letzte Anmerkungen…

Sie haben einen Angsthund übernommen, oder zumindest ein sehr ängstliches Tier? Bitte denken Sie immer daran, was diesem Tier vielleicht alles widerfahren ist!
Sein Vertrauen zum Menschen ist nicht mehr vorhanden, oder komplett gebrochen.
Sie haben es sich jetzt zur Aufgabe gemacht, Ihrem Hund ein neues, schönes und würdevolles Leben zu ermöglichen.
Sie haben sich viel vorgenommen und nur, wenn Sie mit endloser Liebe, Geduld und Vertrauen an diese Aufgabe herangehen, wird Ihnen ein gutes Gelingen beschert sein. Wenn Sie bereit sind, sich auf Ihren Hund einzulassen, zu lernen, Geduld zu erlernen und zu üben und demütig zu sein gegenüber Ihrem Tier, dann wird Ihnen gelingen, was anfangs vielleicht manchmal unmöglich erscheint.
Wenn Sie sich zuallererst selbst die Chance geben zu lernen, dann wird auch Ihr Tier lernen und an Ihnen wachsen!
Sie werden Momente größten Kummers erleben. Im Gegenzug werden Sie viele Momente der allergrößten Freude kennen lernen. Sie werden begeistert die Fortschritte Ihres Tieres sehen und mit jedem Tag werden Sie mehr zu einem unschlagbaren Team.
Sie brauchen vielleicht einen langen Atem. Unter Umständen sogar einen sehr, sehr langen Atem. Aber: Jede Mühe lohnt sich!

Schnell werden Sie sehen können, was Ihrem Hund Angst macht, wovor er zurückweicht, was er mag und was er schlimm findet. Wenn Sie sich dem beugen und Ihr Tier langsam an alle Neuerungen heranführen -mit Geduld und Liebe- dann werden Sie ein kleines Wunder erleben!

Nichts ist schöner, als wenn ein Angsthund aus seiner Starre erwacht. Sie werden dann einen überaus fröhlichen, vergnügten und vermutlich verschmusten Hund haben. Es wird der Moment kommen, an dem Ihr Tier ganz freiwillig neue Herausforderungen sucht und auch findet. Das kann am Anfang die Akzeptanz eines Spielzeuges sein, eine fremde Hand die streichelt oder auch nur der Genuss eines Sonnenbades auf einer Wiese. Das, was uns jetzt klein erscheint, ist dann für Sie und für Ihren Hund eine unglaublich tolle Sache, ein Abenteuer ohne Ende!

Ich wünsche Ihnen eine glückliche und lehrreiche Zeit mir Ihrem neuen Gefährten. Genießen Sie auch die vielleicht nicht immer leichte Anfangszeit. Später einmal, wenn alles „normal“ ist, werden Sie mit einem Schmunzeln an diese Zeit zurückdenken.

Geben Sie nicht nur Ihrem Tier die Chance zu lernen. Nein! Nehmen Sie selbst diese großartige Chance wahr, zu lernen und mit und an Ihrem Tier zu wachsen. Nie werden Sie mehr Erfahrungen sammeln können, als mit einem Hund, den andere Menschen vielleicht nicht als „normal“ bezeichnen. Für Sie wird dieses Tier immer ein einzigartiges, wundervolles und ganz spezielles Wesen sein: Ihr ganz persönlicher Hund eben!

Viel Freude in Ihrem gemeinsamen Leben!"

Copyright Daniela Koppenhöfer 2011

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