Ernährungsumstellung

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Fellnasenfan

Ernährungsumstellung

Ungelesener Beitragvon Fellnasenfan » 27 Apr 2012 10:30

Hallo,
ich habe mal eine Frage zur Ernährungsumstellung. Camelot, der jetzt Finn heißt, ißt im Moment Hühnchen, Möhren und Reis über 3 Mahlzeiten am Tag. Ich habe angefangen, etwas Trockenfutter mit reinzugeben. Das TF werde ich nach und nach steigern. Er verträgt es gut. Er hat keinen Durchfall. Das Futter "inhalliert" er. Er ist jedoch total mangelernährt. Man spürt beim Streicheln jede Rippe, jeden Wirbel der Wirbelsäule. Wie steiger ich am besten die Futtermenge nach solch einer jahrelangen "Diät"?
Ich bin dankbar für jeden Tipp. Viele Grüße
Diana (Fellnasenfan)

Ilona

Re: Ernährungsumstellung

Ungelesener Beitragvon Ilona » 27 Apr 2012 13:23

Hallo Diana,
auch Indira, die im letzten Jahr bei mir Pflegie war bis sie in die Nähe von Frankfurt umgezogen ist, hat ihr Futter veratmet. Sie war allerdings recht gut ernährt und musste nichts auf die Rippen kriegen. D.h. sie hat als Hauptmenü Trockenfutter bekommen.


Derzeit habe ich einen zweijährigen Schäferhund aus einer Tötungsstation in der Slowakei als Pflegehund. Als er zu mir kam war er ein Gerippe mit stinkendem, struppigem Fell darüber. (Im Vergleich zu dem Gestank, der von ihm ausgegangen ist, hatten die polnische Hunde, die wir im Februar letzten Jahres mitgebracht hatten, einen absoluten Wohlgeruch.) Seine Mangelernährung war so extrem, dass er die Haare an den Ohrspitzen verloren hatte. Er hatte null Bemuskelung und Pfoten wie ein Welpe, null Hornhaut. Zusätzlich hatte er "chronischen" Durchfall.
Mein Tierarzt hat mir aufgrund seines schlechten Zustandes ein Nahrungsergänzungsmittel mitgegeben, vorwiegend Mineralstoffe mit dem Kommentar, eigentlich brauchen das unsere Hunde nicht, aber ihm wird es gut tun.
Ansonsten hat er zunächst Trockenfutter (Royal Canin, das mir der betreuende Verein mitgegeben hatte,) bekommen, dass er allerdings nicht besonders gut angenommen hat. Da ich seinen Durchfall nicht in den Griff bekommen habe, habe ich nachfolgend erst einmal Huhn mit Reis gekocht, in das ich reichlich geraspelten rohe Möhren untergemengt habe. Nach zwei Tagen hat er dicke fette Würmer im Kot und dass, obwohl ich eine mehrtägige Wurmkur gemacht hatte.
Nach der zweiten Wurmkur war dann endlich Ruhe mit den Würmern im Kot und der Durchfall hatte sich auch erledigt.

Nachfolgend wollte ich wieder auf Trockenfutter umstellen und habe es dem Diätfutter untergemischt. Er hat die "Knödel" vom Trockenfutter aussortiert und liegen gelassen.
Deshalb bekommt er jetzt gewolftes Fleisch/Pansen/Blättermagen/Huhn, alles roh durch den Wolff gedreht, kann man fertig kaufen und einen Gemüse-/Obstmix (Möhren, Salat, Äpfel, Banane, Birne, Salat, Kartoffeln, ..., mit Ausnahme der Kartoffeln alles roh, püriert).
Zusätzlich mische ich dem Futter noch einen Schuss Speiseöl unter, Rapsöl, Distelöl, Weizenkeimöl.
Er hat inzwischen ein glänzendes Fell bekommen und ca. 5 kg zugenommen.
Die Rippen kann man immer noch deutlich unter dem Fell sehen. Die 5 kg sind wohl vorwiegend in den Muskelaufbau geflossen, sein Halsband musste inzwischen schon um 2 Löcher weiter eingestellt. Aber für diese Gewichtszunahme haben wir fast 3 Monate gebraucht.
Damit er richtig gut aussieht, muss er mindestens noch einmal 5 kg zu nehmen, aber ich gehe davon aus, dass das bis zu einem Jahr dauern kann. Denn durch die Bewegung, ich versuche mit ihm jeden Tag mind. 1 Stunde stramm Rad zu fahren, damit er seine Bewegungsfreudigkeit abarbeiten kann, verbraucht er natürlich viel Energie. Aber nach der Radtour bin ich inzwischen zumeist kaputter als er.

Fazit: Um aus Camelot einen "Wohlstandshund" zu machen, bedarf es Geduld und viel Zeit. Achte mehr darauf wie er sich in seiner Aktivität entwickelt, wenn er bewegungsfreudiger und ausdauernder wird, bist Du mit Deiner Ernährung auf dem richtigen Weg.

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Re: Ernährungsumstellung

Ungelesener Beitragvon conny_ko » 27 Apr 2012 13:39

Hallo Diana,

Es ist ganz toll, dass ihr selbst kocht und Hühnchen mit Reis und Möhren ist wirklich schonend und für die Umstellung genau richtig. Nur wird Finn dadurch möglicherweise nicht schnell Gewicht ansetzen.

Empfehlen würde ich immer das Barfen, also das Biologisch artgerechte Füttern oder Rohfütterung, weil das einfach die gesündeste und beste Ernährung für die Hunde ist, die ja vom Wolf abstammen und daher Fleischesser sind. Man muss sich da allerdings schon ein wenig mit Ernährung beschäftigt haben, um alles richtig zu machen. Ich habe Euch gestern einige Informationen in die Post getan bzgl. Impfen und Ernährung, da sind auch Buchtipps zu dem Thema dabei.

Wichtig ist ein hoher Anteil an Fleisch, da der Hund wie gesagt ein Fleischesser ist. Das Futter sollte einen Fleischanteil von mind. 60-70% haben. Das meiste industriell hergestellte Futter hat dies nicht. Zudem müssen wegen der Herstellungsart und langen Haltbarkeit künstliche Vitamine, Konservierungs-, Lock- und andere Zusatzstoffe (EG-Zusatzstoffe) hinzugefügt werden. Bei Trockenfutter kommt noch die Gefahr von Futtermilben dazu.

Eine gute und artgerechte Alternative ist das von uns empfohlene Pet-Fit. Einige Infos dazu gibt es auch hier im Forum: http://www.mensch-und-tier-zuliebe.de/forum/viewforum.php?f=157

Und ansonsten hat Ilona recht, es braucht halt seine Zeit.
Liebe Grüße
Cornelia


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