08.02.08 - 10.02.08

Hier lest Ihr die Reise- und Arbeitsberichte über unsere Projekte. Der Vorstand stellt pro Reise einen Reisebericht ein. Sonst hat niemand Schreibrechte. Diskussionen darüber könnnen unter "Reiseberichte Plauderthread" geführt werden.
Martina

08.02.08 - 10.02.08

Ungelesener Beitragvon Martina » 11 Feb 2008 22:48

Am Freitag machte ich mich in Begleitung meines Mannes und unserer Hunde erneut auf den Weg nach Wolin, primär ging es darum Greta zu finden und Josy mit zu nehmen.

Reibungslos erreichten wir Wolin, richteten uns schnell in unserem Ferienhaus ein und gleich sollte es ab ins Tierheim gehen, der Gedanke an Greta ließ uns nicht los.
Leider konnte Teresa uns nicht begleiten, da sie einen Gerichtstermin hatte. So fuhr ich gleich zu Alexa und wir machten uns aufgeregt auf den Weg ins Tierheim.

Dort angekommen war wieder nur ein fremder „Pfleger“ da, erst wollte er uns nicht einlassen, Telefongespräche mit Teresa hin und her, dann durften wir endlich rein. Ich rannte sofort zu dem Zwinger, in dem Greta zuletzt war – nichts.
Wir stellten das ganze Tierheim zweimal auf den Kopf, gingen sogar in Zwinger rein, in denen es nicht ungefährlich war, weil da noch ein Hundegesichtchen ängstlich aus einer Hütte lugte, wir fanden sie nicht mehr.

Dabei stellte ich nebenbei fest, dass auch viele verschiedene andere Hunde nicht mehr da waren, Gucci, Sina, ein alter völlig verwirrter Schäferhund, der Zellengenosse von Albert und, und, und.
Ca. 10 – 15 mir bekannte Hunde waren verschwunden. Auf Alexa`s Nachfrage beim Pfleger, ob denn Hunde gestorben oder vermittelt seinen – nur desinteressiertes Schulterzucken – er weiß angeblich von nichts.
Der Pfleger war gerade dabei Wurmkuren zu verteilen und wir hörten oft aus den Zwingern, in denen er sich gerade befand, gellendes Geschrei, als ob die Hunde kräftig misshandelt würden.
Alexa, die mittlerweile am ganzen Körper zitterte wie Espenlaub ( sie war zum ersten Mal da ), sagte nur noch einpacken, pack alles ein was geht, wie wir die unterbringen machen wir uns später Gedanken, Hauptsache die Hunde sind hier raus.
Wir schnappten uns die inzwischen bis auf die Knochen abgemagerte Mabel und Henry, bei Henry fanden wir einen kleinen schwarzen Hund, der offensichtlich ein gebrochenes Bein hatte.
Da stellte sich uns der Pfleger in den Weg und wollte uns die Hunde nicht geben.
Wieder hektische Telefonate mit Teresa.
Während er mit Teresa sprach, bellten die Hunde sehr laut, um besser verstehen zu können, ging er in den Heizungsraum, wo schon Amor und Buster eingesperrt waren.

Plötzlich hörten wir draußen ein dermaßen entsetzliches, grauenhaftes Geschrei aus dem Raum, wir rannten hinein, konnten uns erst gar nicht orientieren.
Ein kleiner, völlig panischer Hund schrie um sein Leben und versuchte sich zu verstecken.
Nun platzte Alexa endgültig der Kragen und um ein Haar wäre sie dem Pfleger an den Hals gegangen, es gab einen regelrechten Tumult, das Kleine schrie die ganze Zeit weiter, der Pfleger schrie auch, weil wir ihn nun am Schlafittchen hatten, er bekam es mit der Angst zu tun, schrie immer nur der Hund ist krank, der Hund ist krank. Nun kam auch mein Mann angerannt, um den Pfleger und uns zu trennen, dann packte er den immer noch fürchterlich schreienden Hund und brachte ihn raus.
Den nahmen wir natürlich auch noch mit.
Das Ganze ist mit Worten kaum zu beschreiben.

Nun war geregelt, dass wir die Hunde mitnehmen dürfen, der Pfleger war froh, dass wir endlich verschwanden und sehr aufgebracht machten wir uns auf den Weg zu Alexa, um sofort die Tierchen zu versorgen, auf gleich 4 Stück war sie nicht vorbereitet.
Wir präparierten eine leer stehende Pferdebox, legten einen halben Meter sauberes Stroh aus, 4 Hunde, vier übervolle Futternäpfe, vier Wasserschüsseln. Die Hunde konnten erst einmal im Hof rumlaufen – sie wirkten im wahrsten Sinne des Wortes wie befreit.

Nun konnten wir sie einzeln auch mal unter die Lupe nehmen und nach Herzenslust durchknuddeln. Henry ist i.O. ein lustiger, unkomplizierter Geselle, nur viel zu mager.
Mabel ist extrem abgemagert, sie ist bezaubernd und süß.
Beim kleinen Schwarzen mit dem vermeintlich gebrochenen Bein stellten wir fest, dass ihm wohl ein Eisennagel durch den Fuß getrieben wurde, von oben, das geht nicht von alleine, das ist perverseste Tierquälerei.

Der Hammer aber war das Kleine aus dem Heizungsraum, halbverhungert, völlig verdreckt, schwach. Als erstes sahen wir, dass es noch ein Welpe war, hat noch Milchzähne, ca. vier Monate alt, eventuell Jack Russell / Dalmatiner-Mix.
Als wir nachschauten ob es ein Junge oder Mädchen ist, sahen wir zu unserem Entsetzen, dass die Kleine möglicherweise sexuell missbraucht, oder sonst diesbezüglich malträtiert wurde – nun war uns einiges klar.
Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, mit fehlen die Worte.

Alexa`s Freund hatte für uns gekocht, aber der Appetit ist uns gründlich vergangen.
Wir machten uns, nachdem alle versorgt waren wieder auf den Weg in unser Ferienhaus, wo ich erst mal mit zitternden Händen eine Flasche Wein öffnete und diese auch austrank…….

Am nächsten Tag brauchten wir etwas für die Seele und entschieden einen Strandspaziergang zu machen, um dem Elend für kurze Zeit zu entfliehen.
Bei herrlichstem Sonnenschein und es war gemütlich warm, spazierten wir vergnügt zwei Stunden den Strand entlang, meine Hunde tollten, dass es eine Freude war.

Die Idylle war aber urplötzlich vorbei, als wir wieder zurück beim Auto waren, hatte mein geliebter Mann den Autoschlüssel verloren.
Nachdem ich ihm eine etwas „ungemütliche“ Viertelstunde bereitet hatte, half alles nicht, schritten wir zur Tat. Erstmal suchen, half aber natürlich auch nichts.
Dann wurde der polnische Mechaniker gerufen, der kam mit vier Kumpels nach Stunden – angetrunken !!!!!!
In mittlerweile völliger Dunkelheit, knackten sie das Auto im Schein einer Taschenlampe, bekamen aber dann das Lenkrad nicht mehr richtig dran.
Das Ganze war so absurd, da konnten wir wirklich nur noch lauthals lachen, nach sage und schreibe 6 Stunden !!!! waren wir endlich zurück – da war die nächste Flasche Wein fällig……….

Da ich die Termine mit der Fahrkette sowieso nicht mehr einhalten konnte, fuhren wir am nächsten Tag zu Alexa und verbrachten den Nachmittag mit den Hunden.
Alexa ist einfach großartig, die Hunde waren schon gebadet, tollten glücklich auf dem Hof herum, hatten sich schon gut erholt, fressen wie neunköpfige Raupen.
Der TA war da.
Unglaublich was für eine Wandlung die geschundenen Kreaturen vollziehen, wenn sie sich in Sicherheit wissen.
Sie liefen alle mit uns über die Felder, Mabel will nur spielen, spielen, spielen, sie bringt Stöckchen, die Kleine – wir nannten sie Daisy, tapert überall fröhlich hinterher, Henry ist obercool, Harry ist nicht gut beieinander weil er Schmerzen hat, aber auch er wirkte viel besser.
In der Zwischenzeit hat Alexa noch einen Hund aufgenommen, er streunte und ist ziemlich verletzt, auf den kommt es nun auch nicht mehr an.
Am späten Abend kamen wir wieder gut zu Hause an und auch Josy ist mit uns mitgekommen.

Ich habe mir nach alldem was da wieder passiert ist vorgenommen, nicht mehr mit diesem entsetzlichen Tierheim zu arbeiten, aber was geschieht dann mit den Hunden – jetzt erst recht.

Birbel

Ungelesener Beitragvon Birbel » 11 Feb 2008 23:08

Martina... mir fehlen die Worte.

Du arbeitest nicht mit dem Tierheim sondern für die Tiere. Und auch von uns ein: jetzt erst recht!!! Wir helfen, wie wir eben können.

moppel

Ungelesener Beitragvon moppel » 12 Feb 2008 5:10

Nee, das wäre das schlimmste - was wird dann aus den Hunden die dort "leben"? :gruebel :(

Gibt's nicht - man geht hin um zu helfen, und statt dass die Danke sagen, denn sie haben dann weniger Hunde zu "versorgen", legen die einen auch noch Steine in den Weg.. :cry:

Schnufflmonstaa

Ungelesener Beitragvon Schnufflmonstaa » 12 Feb 2008 19:11

Also..*schluck*...uns fehlen auch die Worte...sie bleiben uns regelrecht im halse stecken...ich glaube wenn wir mit bei gewesen wären, wären wir dem sogenannten Pfleger auch an den Hals gegangen....da kennen wir nichts.:boxing:

Martina, wir danken dir im Namen aller hier...(ich schreib das jetzt mal einfach so)...das du und auch dein Mann und Alexa und Teresa und und und....die Hunde da rausholt... :wav:

Martina

Ungelesener Beitragvon Martina » 13 Feb 2008 17:01

Ein paar Bilder von der letzten Reise.
Z.B. hatten wir jede Menge toller Spenden dabei, viele Schulsachen für die Kinder, Hefte, Buntstifte, gute Kleidung, Spielsachen, usw, gut erhaltene Kindermatratzen, aus Österreich kam ein tolles Paket mit Halsbändern, Leinen, Schüsseln etc.
Vielen Dank an die Spender - Tilla, Elke, Rebecca.

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Die Pferde auf Teresa`s Hof.
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Alexa`s Hof & Pferde.
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Alexa`s schöner Hund Benny, der den Giftanschlag überlebt hat.
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Meine Heidi lernt Mabel kennen.
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Spaziergang am Strand.
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Alexa`s bezaubernde Kinder.
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moppel

Ungelesener Beitragvon moppel » 13 Feb 2008 17:08

Die Kiddies sind wirklich süß.. :D


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