Die Zusammenarbeit mit Teresa haben wir aus verschiedenen Gründen beendet und wir arbeiten nun direkt mit dem Tierheim Nahe der polnischen Ostsseküste zusammen.

Im Herbst 2006 wurde ich auf eine polnische Tierschützerin aufmerksam, die in der Nähe von Wolin einen Gnadenhof betreibt und von einer kleinen Rente lebt.

Nachdem ich Teresa kennengelernt habe und mich von den Umständen vor Ort persönlich überzeugen konnte, war klar: Dort ist dringend effektive Unterstützung nötig.
Teresa stemmt mit ihrem Mann Michael die Arbeiten auf dem Hof alleine, für Hilfe reichen die finanziellen Mittel nicht.
Der Hof besteht aus einem Haupthaus und einer großen Scheune, beide Gebäude sind in sehr schlechtem Zustand, eigentlich schon baufällig zu nennen und hinter sprichwörtlich jeder Tür befindet sich ein Hund.

Teresas Hof

Teilweise müssen frisch eingetroffene Hunde aus dramatischen Platzmangel, unter einer Plane in Käfigen untergebracht werden, wie zuletzt die arme Lady, die halbtot, abgemagert bis auf die Knochen, mit am ganzen Leib schweren Bissverletzungen, einfach auf den Hof geworfen wurde.
 
Notfall

Alle fünf Zwinger sind permanent mit ausgesetzten oder abgegebenen Hunden besetzt.

Die Hundezwinger

Ständig werden von der Feuerwehr verletzte Tiere gebracht, das mehr als notdürftige Katzenzimmer birst aus allen Nähten, teilweise sind dort bis zu 50 (!) Katzen untergebracht, ausgesetzte Katzenbabys, Mütter mit ihren Jungen, angefahrene Katzen.

Am Hof befindet sich auch Bartek der Schwan, er kann nur noch sehr schwer laufen, nur im notdürftig errichteten Tümpel fühlt er sich wohl.
Vermutlich ist er mal in einem Gewässer eingefroren gewesen, daher seine Behinderung.
 
Bartek, der Schwan

Auf dem Innenhof ist Alan untergebracht, ein wunderschöner Rottweiler, der leider unverträglich ist, Alan hat zwar einen Unterschlupf in der Scheune, aber keine warme Hütte, ihn plagt durch die Nässe und Kälte schon etwas die Arthrose, er ist nicht mehr der Jüngste.
Er stammt ursprünglich aus Berlin, seine Leute haben ihn einfach in der Wohnung zurückgelassen, als sie nach Russland zurückkehrten.

Alan, der Rottweiler

Des Weiteren gibt es noch drei Pferde, die ihr Gnadenbrot bekommen, eines ist behindert und wurde von Teresa buchstäblich in letzter Minute dem Schlachter abgekauft.

Jede Menge Ziegen (ca. 75) gab es bis vor Kurzen auch noch, die wurden aber dank dem Einfluss befreundeter Tierschützer auf eine erträgliche Anzahl (15) reduziert.
Diese wollte Teresa unbedingt behalten, da sie wenn die Not am schlimmsten war und sie gar kein Futter mehr hatte, ihre Tiere mit Ziegenmilch ernährt hat.

Teresa ist in ihrem Landkreis dafür bekannt, dass sie niemals nein sagt, wenn ein Tier in Not ist, sei es ein halb verhungerter Kettenhund, oder ein von wilden Hunden zerbissenes Rehkitz – sie ist immer zur Stelle.

Teresa

Ein großes Problem ist die gerade im Moment schlimme Welpenschwemme bei Teresa, die Kleinen werden in einer Plastiktüte auf den Hof geworfen, manchmal erst zwei/drei Tage alt, im besten Fall auch bei ihr abgegeben und konnten wenigsten ein paar Wochen bei der Mutter sein. Teresa versucht immer bei den Leuten zu erreichen, dass sie die Mutterhündin kastrieren lassen, manchmal mit Erfolg, meistens ohne.

Teresa unterstützt und versorgt auch Opa Zerbe, ein älterer Herr, der ein paar Dörfer weiter mit zahlreichen Hunden auf einem verwahrlosten Grundstück haust. Opa Zerbe ist vorsichtig ausgedrückt, etwas schwierig im Umgang.
Er ist in seinem Umfeld verhasst wegen der Hunde, sein wertvolles Wassergrundstück hätten gerne etliche Leute, Teresa beschützt ihn so gut sie kann.
In der Betreuung der Tiere ist er meistens uneinsichtig, verweigert oft dringend notwendige ärztliche Behandlungen, seine Hunde strotzen vor Flöhen.

Was uns besonders an Teresa beeindruckt hat, war dass sie neben diesem täglichen Chaos an Tierelend, ein ungeheuer soziales Engagement zeigt.
In den umliegenden Dörfern gibt es zahlreiche sehr, sehr arme, kinderreiche Familien, die im wahrsten Sinne des Wortes, nichts haben.
Immer wieder bittet Teresa eindringlich um Sachspenden, um die Leute wenigsten mit dem Nötigsten versorgen zu können.
Bei meinem letzten Besuch konnte ich mich davon überzeugen, unter welchen Umständen teilweise, kaum 2 Autostunden von Berlin entfernt, Kinder leben müssen.
Die haben wirklich nichts, kein Spielzeug, manchmal noch nicht mal ein Bett, sie wohnen in Häusern ( wenn man diese Bruchbuden so nennen kann ) die Ratten verseucht sind.
Es machte mich einfach nur sprachlos.
Ein kleiner Junge in einer Familie, hatte als einziges Spielzeug ein altes, rotes Auto, ich erkannte es sofort wieder, vor einigen Monaten hatte ich genau dieses Auto in Berlin aus dem Sperrmüll geklaubt……

Auf diese Art und Weise kommt Teresa auch an die Kettenhunde ran, die fast auf jedem Hof sind und kann so versuchen, die teilweise barbarische Haltung der Hunde zu verbessern.
Sie hält Vorträge in Schulen, erklärt den Kindern bildlich warum man Tiere nicht quälen soll, erklärt ihnen, dass Tiere auch eine Seele haben und Schmerz und Leid empfinden.
Sie macht Aushänge an den Schulen, versucht so die Kinder zu sensibilisieren und freut sich sehr, wenn Kinder sie anrufen, wenn sie ein verletztes Tier finden, oder von einer Misshandlung wissen.
Teresa sagte mal zu mir: „ Die Kinder verstehen mich, die Erwachsenen nicht“.

Wir haben nun diesen Verein gegründet – was haben wir vor ?

In erster Linie wollen wir natürlich Teresa und ihre Arbeit unterstützen, dafür Sorge tragen, dass sie immer genug Futter hat, Baueinsätze mit befreundeten Orga`s durchführen, es muss z.B. mehr als dringend ein Katzengehege gebaut werden und eine warme, gesicherte Unterkunft für die zahlreichen Welpen.
Natürlich auch für Teresa`s Tiere nach Möglichkeit ein gutes Zuhause suchen.
Aber nur vermitteln ist nicht unser Verständnis von Tierschutz, gerne würden wir Kastrationsprojekte durchführen, aufklären und versuchen gemeinsam mit Teresa auf die Leute einzuwirken, damit sich die teilweise schlimme Situation der Kettenhunde, wenn man so sagen kann, bessert, vielleicht diese sogar befreien kann – siehe unser Notfall ROCKY.

Gerne werden wir Teresa dabei helfen, die Not leidenden Kinder zu versorgen, Sachspenden sammeln, alles was bei uns nicht mehr gebraucht wird, nach Polen transportieren, sei es Kleidung, Bettzeug, Spielzeug, gerne auch Möbel – es darf auch mal was Süßes dabei sein.
Beim nächsten Besuch werden wir ein sehr armes Kinderheim besuchen und mit der Leiterin besprechen, wie wir am effektivsten helfen können.

Auch andere Orga`s dürfen sich gerne an uns wenden, wenn sie mal in Not geraten, wenn wir können, helfen wir gerne.

Wir brauchen natürlich nicht nur Geld- und Sachspenden, Pflegestellen, Menschen die bereit sind einem unserer Hunde oder Katzen ein schönes Zuhause zu geben, sehr willkommen wären uns auch helfende Hände, die uns bei den Aktionen mit Rat und Tat beistehen.
Während eines Aufenthalts kann man sehr bequem bei Teresas sehr netten Nachbar Kristof günstig wohnen.
Einem Arbeitseinsatz beizuwohnen, können wir nur empfehlen, irgendwie denkt man nach der Rückkehr anders.